Selbstgebauter KI-Bildgenerator: Wie ich mit „Vibe Coding“ ein Workshop-Problem lösen konnte

Der KI-Bildgenerator kann zwei vorhandene Bilder zu einer neuen Komposition verbinden. Ein einfacher Textprompt genügt (Screenshot: Eric Sturm)

Der KI-Bildgenerator kann zwei vorhandene Bilder zu einer neuen Komposition verbinden. Ein einfacher Textprompt genügt (Screenshot: Eric Sturm)

Kostenlose KI-Accounts stoßen schnell an ihre Grenzen – vor allem bei Workshops. Eine selbst programmierte Lösung hat mir kürzlich einen KI-Praxis-Workshop gerettet – und könnte auch für Planungsbüros interessant sein.

Wer ChatGPT, Gemini oder andere Dienste mit einem kostenlosen Konto nutzt, kennt das Problem: Damit lassen sich inzwischen großartige Bilder per Text-Prompt erzeugen, aber meist nur zwei oder drei Bilder pro Tag – für einen ganzen Workshop-Nachmittag ist das viel zu wenig.

Die Lösung: ein eigener Bildgenerator

Für den Praxis-Workshop an der Bauhaus-Akademie in Weimar Anfang Januar 2026 habe ich deshalb am Vortag spontan eine eigene Lösung entwickelt: ein selbst entwickelter Bildgenerator, den die Teilnehmenden ohne eigene Anmeldung nutzen können.

Die Abrechnung läuft über einen API-Schlüssel des Dozenten – die Kosten pro Bild liegen bei etwa 4 Cent. Das kann man mal spendieren 😃

Technisch handelt es sich um eine einfache Web-Anwendung mit Passwortschutz, die aus gerade einmal zwei Dateien besteht: einer PHP- und einer HTML-Datei. Hochladen auf den Webspace – fertig.

Was das Tool kann

Der Bildgenerator bietet drei Hauptfunktionen: Er erstellt Architekturvisualisierungen aus Textbeschreibungen, transformiert vorhandene Bilder (etwa eine Handskizze in ein fotorealistisches Rendering) und kombiniert zwei Bilder miteinander – beispielsweise die Kubatur aus Bild 1 mit dem Stil aus Bild 2.

Die hochgeladenen Bilder werden dabei nicht gespeichert, sondern nur zur Verarbeitung an die KI übermittelt.

Mit meinem selbstgebauten KI-Bildgenerator können bestehende Bilder mit anderen Lichtstimmungen dargestellt werden (Screenshot: Eric Sturm)
Mit meinem selbstgebauten KI-Bildgenerator können bestehende Bilder mit anderen Lichtstimmungen dargestellt werden (Screenshot: Eric Sturm)

Entstanden durch „Vibe Coding“

Das Besondere: Die gesamte Anwendung habe ich mithilfe von Claude – dem KI-Chatbot von Anthropic – produziert, ohne dass tiefgreifende Programmierkenntnisse nötig waren.

Diese Art der KI-gestützten Softwareentwicklung wird übrigens auch als „Vibe Coding“ bezeichnet. Kleinere Anforderungen im digitalen Alltag können damit schnell mal im Eigenbau gelöst werden.

Ausblick: Auch für Planungsbüros interessant

Aktuell läuft der Bildgenerator über Google Gemini. Geplant sind aber auch Versionen über IONOS mit FLUX- bzw. Stable-Diffusion-Modellen oder über Microsoft Azure (EU) mit GPT-Modellen – um unterschiedliche Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen.

Ein solches Tool könnte auch für Architektur- und Ingenieurbüros attraktiv sein: Um nicht allen Mitarbeitenden kostenpflichtige Pro-Accounts spendieren zu müssen, und trotzdem unkompliziert KI-generierte Bilder erstellen zu können.

 

Wo sind die Grenzen? Das Testen der KI-Funktionen darf auch mal lustig sein, finde ich (Screenshot: Eric Sturm)
Wo sind die Grenzen? Das Testen der KI-Funktionen darf auch mal lustig sein, finde ich (Screenshot: Eric Sturm)